Home > Garten > Staudenbeet anlegen: Einfache Anleitung zum Nachmachen

Viele, viele bunte Blüten

Staudenbeet anlegen: Einfache Anleitung zum Nachmachen

Für alle, die sich im Garten farbenfrohe Bereiche mit blühenden Blumen wünschen, eignen sich Stauden perfekt. LandLiebe-Experte Peter Lippus zeigt, wie ein solches Beet angelegt wird.

Giesskanne, Stauden in Flechtkorb
Ob einzeln gepflanzt oder zusammen in einem Beet – Stauden sollten in keinem Garten fehlen.

Die Tage werden länger, die Lust auf Garten und Gärtnern erwacht. Der Frühling ist in der Tat eine gute Zeit, um lang gehegte Projekte anzugehen: die Bepflanzung eines Blumenbeets zum Beispiel, in dem fast das ganze Jahr etwas blüht, das Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten anlockt. «Für alle, die mit wenig Aufwand eine Ecke im Garten in eine blühende Landschaft verwandeln möchten, sind Stauden das Richtige», sagt Peter Lippus. Der LandLiebe-Gartenexperte steht im Redaktionsgarten und zeigt hier am Beispiel einer bisher unbepflanzten Rabatte zwischen Gemüsebeet, Kräutersprirale und Quittenbaum, wie ein Staudenbeet entsteht. 

Doch vorab: Was sind überhaupt Stauden? «Das ist die rein gärtnerische Bezeichnung für mehrjährige Blütenpflanzen, die nicht jedes Jahr neu ausgesät werden müssen», erklärt Lippus. Per Definition sind Stauden mehrjährige, krautige, meist winterharte Pflanzen, deren oberirdischen Teile im Unterschied zu Bäumen oder Büschen nicht verholzen. Bei den meisten Stauden sterben die oberirdischen Teile nach der Vegetationsperiode ab. Die Pflanzen überwintern unterirdisch als Rhizom, Zwiebel, Knolle oder Wurzelballen. Daraus treiben sie im Frühling neu aus. Es gibt aber auch wintergrüne Stauden (Christrose, Palmlilie Yucca filamentosa usw.). 

Gartenexperte Peter Lippus legt ein Staudenbeet an

Arbeit im Frühling: LandLiebe-Experte Peter Lippus zeigt im Redaktionsgarten, worauf beim Bepflanzen eines Beets mit Stauden zu achten ist.

Blühende Vielfalt

Kaum eine andere Gruppe von Gartenpflanzen blüht so intensiv wie Stauden. Dank der Vielfalt an Arten, Sorten, Grössen, Wuchsformen, Wuchshöhen usw. lässt sich für fast jedes Plätzchen im Garten ein idealer Mix aus früh und spät blühenden Pflanzen kombinieren. Es gibt Stauden, die mehrere Wochen ununterbrochen in Blüte stehen (Steppensalbei, Katzenminze). Andere bilden ein zweites Mal Blüten, wenn sie nach der Hauptblüte geschnitten werden (Rittersporn). Wer sorgfältig abstimmt, kann ein attraktives Beet für fast alle Jahreszeiten gestalten und während des ganzen Gartenjahrs vielen Insekten Nahrung bieten. Hummeln etwa sind wild auf den Nektar von Rittersporn oder Stockrosen, andere Wildbienen mögen Salbei sehr gern. Wer im Gartencenter nach Insektenpflanzen fragt oder sich nach dem Insektenpflanzenlabel von Jardin Suisse umschaut, kauft in der Regel wertvolle Stauden für die Insektenwelt.

Ansprüche an Standort

«Bevor man Staudenpflanzen kauft, müssen jedoch ein paar Fragen geklärt werden», betont Peter Lippus. Zum Beispiel: Liegt das geplante Beet eher in der Sonne, im Halbschatten oder im Schatten? Wie ist der Boden beschaffen? Neigt er zu Staunässe, oder ist er trocken? Soll eine Farbe oder eine spezielle Farbkombination dominieren? «Grundsätzlich gilt: Je besser die Stauden an Standort und Boden angepasst sind, desto optimaler entwickeln sie sich», räumt der Fachmann ein.

Sind die Pflanzen, die infrage kommen, bestimmt, empfiehlt Lippus, einen Plan des Beets zu skizzieren und die Stauden darauf anzuordnen. So sieht man, wie viele Pflanzen Platz haben. «Um Harmonie zu erreichen, werden höher und niedriger wachsende Stauden räumlich gestaffelt eingeplant», sagt er. Das heisst: Zuerst werden Gerüst- oder Leitstauden als Strukturgeber im hinteren Teil des Beets verteilt. In der Rabatte im LandLiebe-Garten übernehmen Rittersporn, Stacheliger Bärenklau, Argentinisches Eisenkraut, Stockrosen und Waldgeissbart diese Aufgabe. Darum herum gruppiert Lippus halbhohe Begleitstauden (Astern, Sonnenhüte, Prachtkerze, Herbstanemone usw.) und füllt die Lücken mit Füllstauden (Katzenminze, Fetthenne, Salbei, Storchschnabel usw.) auf. Im Plan sind verschiedene Blühzeiten berücksichtigt. Zudem werden kleine Pflanzen nicht von grossen verdeckt, horstbildende nicht von ausläufertreibenden überwuchert.

Ein Gewinn für alle

Auf den Webseiten von Staudengärtnereien, in Foren, Prospekten oder Büchern sind eine Vielzahl einheimischer Stauden, deren Standortansprüche, Wuchsformen, Grössen im ausgewachsenen Zustand sowie die erforderlichen Pflanzabstände beschrieben. «Stauden brauchen ein bis zwei Jahre, bis sie sich voll entwickeln», räumt Peter Lippus weiter ein. «Um von Anfang an die ganze Farbenpracht im Beet zu haben, können einjährige Sommerblumen in die Lücken gesät werden.»

Was gibt es sonst noch zu beachten? «Vergessen Sie nicht, die Stauden bei Trockenheit zu giessen und welke Blätter und Blüten auszuputzen», rät der Gärtnermeister. «Und binden Sie hochwachsende auf, damit sie nicht knicken.» Ansonsten seien Stauden anspruchslos, müssten im Herbst nach dem Abblühen nicht geschnitten werden, sondern erst im nächsten Frühling. «So sind sie im Winter vor Frost geschützt, bieten Vögeln Nahrung und Insekten Schutz. So betrachtet, ist ein Staudenbeet ein Gewinn für alle.»

Stauden im Frühling oder Herbst pflanzen – so gehts!

Peter Lippus bereitet die Rabatte vor und lockert den Boden.

1. Peter Lippus bereitet die Rabatte vor, entfernt das Gras und reisst ungeliebte Unkräuter wie Giersch mitsamt den Wurzeln aus. Danach lockert er den Boden bis in eine Tiefe von rund 20 cm und arbeitet etwas Kompost ein. Stauden haben einen geringen Nährstoffbedarf und brauchen nicht viel Dünger. 

Peter Lippus düngt den Boden.

2. Das Beet wird gemäss skizziertem Plan mit Sand oder Hobelspänen in Sektoren eingeteilt. Darauf die Töpfe mit den Stauden stellen, damit ein gutes Bild gewonnen werden kann. Auf einen Quadratmeter passen zwei bis drei Leitstauden, die höher als 60 cm wachsen, vier bis sechs Stauden mit einer Wuchshöhe bis 60 cm, sieben bis neun Stauden bis 40 cm oder zehn bis sechzehn Stauden unter 20 cm. 

Peter Lippus topft die Pflanzen aus und reisst die Wuezelballen auf

3. Der Fachmann topft in der Folge die Pflanzen aus, taucht sie in Wasser und reisst die Wurzelballen auf.

Peter Lippus setzt die Stauden ins Loch

4. Peter Lippus bereitet das Pflanzloch vor und setzt die Stauden ein (etwas tiefer als ihr Erdballen hoch ist). Danach leicht andrücken und mit etwas Erde decken. 

 Peter Lippus giesst Staude

5. Die Pflanzen einzeln zwei- bis dreimal angiessen. 

Gärtnerin Marietta Eggenberger deckt das Beet mit einer Mulchschicht

6. Zuletzt das Beet ausebnen und mit einer Mulchschicht decken (als Schutz vor Beikräutern sowie als Substrat, Filter, Wasserspeicher und Gestaltung). Gärtnerin Marietta Eggenberger, die Peter Lippus bei den Arbeiten hilft, streut hier Lavagranulat als Mulchschicht aus. Auch Blähton eignet sich. 

Gärtnerin Marietta Eggenberger bringt Rindenmulch aus

8. In einem anderen Bereich bringt sie Rindenmulch aus. Darunter trocknet der Boden nicht so schnell aus. Zudem siedeln sich Kleinstlebewesen an, die Fruchtbarkeit des Bodens wird erhöht. Achtung: Ist es in den Tagen nach dem Bepflanzen heiss, werden die Stauden wiederholt einzeln gegossen.

Text: Corinne Schlatter
Dieser Artikel erschien in der Schweizer LandLiebe #2 Frühlingserwachen 2021. Lesen Sie den ganzen Artikel im E-Paper

Von
Stichworte: Garten