Vom Kartoffelacker zum Bauerngarten

Traumgarten in Frutigen, Bern

Annemarie und Marianne Lauener haben im Berner Oberland einen ehemaligen Kartoffelacker in einen Bauerngarten verwandelt, der wie gegossen in der Berglandschaft sitzt.

Garten Schweizer LandLiebe in Frutigen
Der Blick schweift über fröhlich blühende Blumen- und Gemüsebeete bis zu den pittoresken Berner Voralpen. Annette Lepple

Eine eigene Welt

Die Gemeinde Frutigen BE liegt im weitläufigen Kander- und Engstligental, das sich von der Niesenkette bis zum Gehrihorn erstreckt. Im Dorf herrscht emsige Geschäftigkeit, aber sobald man das Grundstück von Familie Lauener betritt, lässt man das Treiben hinter sich. Der Garten ist eine eigene Welt, in der man sich verliert und im Nu das Drumherum vergisst.
Annemarie und Marianne Lauener in ihrem Garten in Frutigen, Bern
Annemarie (links) und Marianne Lauener verbringen nur zu gern gemeinsame Stunden beim Gärtnern und Geniessen.Annette Lepple
Annemarie und Marianne Lauener in ihrem Garten in Frutigen, Bern
Annemarie (links) und Marianne Lauener verbringen nur zu gern gemeinsame Stunden beim Gärtnern und Geniessen.Annette Lepple

Blüten, Duft und Farben

Bühne frei für Blüten, Duft, Farben und zufrieden summende Insekten! Lebhafte Sinneseindrücke dämpfen die Geräusche der Zivilisation. Thymian hat sich zwischen den Wegplatten versamt und begrüsst einen bereits an der Gartenpforte mit seinen rosafarbenen, von Insekten umschwärmten Polstern. Daneben heischt ein Fächerahorn (Acer palmatum) mit feurigem Laub um Aufmerksamkeit. Prächtige Buchskugeln setzen Akzente. Vor dem Haus lädt eine Holzbank inmitten wundervoller Kübelpflanzen mit Geranien und Chrysanthemen zum Verweilen ein. Von dort lässt man unter dem neugierigen Blick von Landschildkröte Evi den Blick über das blühende Reich bis zu den Berner Voralpen und zum Elsighorn schweifen, das mit seinen 2341 Metern das Panorama dominiert.
Fenster von Laueners im Bernischen Frutigen mit roten Geranien und Chrysanthemen in Töpfen
Rosafarbene und rote Geranien sowie Chrysanthemen heissen Besucher im Eingangsbereich willkommen.Annette Lepple
Fenster von Laueners im Bernischen Frutigen mit roten Geranien und Chrysanthemen in Töpfen
Rosafarbene und rote Geranien sowie Chrysanthemen heissen Besucher im Eingangsbereich willkommen.Annette Lepple

Blumen wie im Bilderbuch

Ein Stück weiter bezirzt die Italienische Waldrebe ‘Madame Julia Correvon’ (Clematis viticella) am Rosenbogen und weist den Weg zum Gemüsegarten. Dort gedeihen auch bunte Blumen nahezu unanständig gut – wie im Bilderbuch sozusagen. Kaum vorstellbar, dass hier einst Gras und Kartoffeln regierten. Die Wende für den Acker kam vor 25 Jahren, als Marianne Lauener und ihr Mann beschlossen, neben dessen Elternhaus zu bauen. Schwiegermama Annemarie Lauener war zu jener Zeit sehr engagiert in der Tierarztpraxis ihres Mannes und baute aus Zeitmangel nur ein wenig Gemüse an.
Blick in den Garten von Laueners in Frutigen: Bogen mit einer Waldrebe
Bei so viel Schönheit lacht das Herz! Ein Bogen mit einer Waldrebe umrahmt den Garten samt dem Hausberg Elsighorn.Annette Lepple
Blick in den Garten von Laueners in Frutigen: Bogen mit einer Waldrebe
Bei so viel Schönheit lacht das Herz! Ein Bogen mit einer Waldrebe umrahmt den Garten samt dem Hausberg Elsighorn.Annette Lepple
Herbst-Anemonen bei Annemarie und Marianne Lauener in Frutigen, Bern
Zarte Herbst-Anemonen sind wahre Dauerblüher und gedeihen am besten in frischen, nährstoffreichen Böden.Annette Lepple
Herbst-Anemonen bei Annemarie und Marianne Lauener in Frutigen, Bern
Zarte Herbst-Anemonen sind wahre Dauerblüher und gedeihen am besten in frischen, nährstoffreichen Böden.Annette Lepple

Vom Gartenvirus befallen

Marianne wurde bereits in ihrer Kindheit vom Gartenvirus infiziert, aber es schlummerte lange und brach erst viele Jahre später aus. Das Herzstück des elterlichen Hofs war ein eindrucksvoller Bauerngarten nach klassischem Vorbild, in dem sich bunte Blumen zwischen dem Gemüse tummelten. Ihre Mutter verband eine tiefe Liebe zu Blumen, die sie während zahlreicher gemeinsam verbrachter Stunden im Garten an ihre Tochter weitergab. «Als Kind half ich stets im Garten und empfand es als sehr viel Arbeit», erzählt Marianne verschmitzt, «deshalb wollte ich später auch mal keinen haben.» Aber wie so oft kommen die Dinge anders, als man denkt. Mit der Heirat kam das neue Grundstück und änderte alles. Plötzlich hatte sie eine Carte blanche und konnte tun, wonach ihr der Sinn stand – zumal Annemarie sie liebevoll ermutigte und tatkräftig unterstützte. Zuerst entstand aus dem Aushub vom Haus zur Strasse hin ein bepflanzter Wall, der sogleich ein positives Kleinklima schuf und die Verkehrsgeräusche dämpfte. Solange die beiden Töchter klein waren und Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen, hatte damals die Spielfläche Priorität. Mit der Zeit hielten jedoch immer mehr Rosen Einzug, für die beide Frauen eine grosse Liebe hegen. Mittlerweile blühen im Sommer weit über hundert Stück um die Wette. Die Rasenfläche begann hingegen zu schrumpfen.
Text: Annette Lepple
Feurig rote Blütensterne der Kaktus-Dahlie in Frutigen, Bern
Die feurigen Blütensterne der Kaktus-Dahlie tanzen vom Sommer bis zum ersten Frost durch die Beete.Annette Lepple
Feurig rote Blütensterne der Kaktus-Dahlie in Frutigen, Bern
Die feurigen Blütensterne der Kaktus-Dahlie tanzen vom Sommer bis zum ersten Frost durch die Beete.Annette Lepple